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Night Insider

Ratgeber4 Min. Lesezeit

Strichplatz Zürich: Sexboxen am Depotweg

Die Sexboxen am Depotweg in Altstetten: wo der städtische Strichplatz liegt, wann er offen hat, welche Regeln gelten und was das Gesetz sagt.

Zürich bei Nacht. Generiertes Bild, kein Foto.

Von The Night InsiderPreise geprüft 03.10.202618 QuellenSo prüfen wir

Was der Strichplatz Depotweg ist

Der Strichplatz Depotweg ist ein umzäunter Platz, auf dem die Stadt Zürich Strassensexarbeit unter Aufsicht erlaubt. Das Sozialdepartement betreibt ihn, und während der Öffnungszeiten ist ein Platzteam vor Ort.

Er öffnete am 26. August 2013, am Tag, als die Stadt die alte Strichzone am Sihlquai schloss. Ziel war ein geschützter Arbeitsort für die Sexarbeitenden und weniger Störung für die Anwohner.

Wo er liegt

Depotweg 3-5, 8048 Zürich, in Altstetten. Die Zufahrt führt über die Aargauerstrasse, Schilder weisen den Weg (Zufahrt: eine Quelle geprüft).

Öffnungszeiten

  • Sonntag bis Donnerstag: 18.30 bis 2 Uhr
  • Freitag und Samstag: 19.30 bis 3 Uhr

Hinweis

Ausserhalb dieser Zeiten ist die Einfahrt geschlossen. Ältere Presseberichte nennen 19 bis 5 Uhr. Die aktuellen Seiten der Stadt sagen etwas anderes; es gelten die Zeiten oben.

So funktioniert der Platz

  • Kunden fahren von der Einfahrt direkt auf eine Rundstrecke. Die Sexarbeitenden warten an der Strecke.
  • Sexarbeitende und Kunde vereinbaren die Bedingungen direkt. Das Platzteam nimmt darauf keinen Einfluss.
  • Es gibt zwölf Boxen: acht, in die man mit dem Auto fährt, und vier kleinere Stehboxen für Kunden, die nicht im Auto bleiben wollen.
  • Die Sexarbeitenden können auch ihr eigenes Wohnmobil nutzen, auf einem von vier Standplätzen.
  • Jede Box hat einen Notfallknopf. Er löst im Pavillon des Teams einen Alarm aus und beleuchtet die Box.

Wer auf den Platz darf

  • Kunden: nur Erwachsene und nur mit einem Fahrzeug. Seit 2018 sind auch Velos und Motorräder zugelassen.
  • Keine Fussgänger. Zu Fuss darf man den Platz nicht betreten.
  • Sexarbeitende brauchen eine persönliche Bewilligung der Stadt (PGVO Art. 8). Voraussetzung sind Handlungsfähigkeit, eine Arbeitsberechtigung und eine Krankenversicherung (PGVO Art. 9).
  • Zuhälter erhalten ein unbefristetes Platzverbot (eine Quelle geprüft).

Platzregeln für Besucher

  • Dienstleistungen nur innerhalb der bezeichneten Zone des Platzes nachfragen. Ausserhalb des Zauns ist es verboten.
  • Gewalt, Druck oder störendes Verhalten führen sofort zu einem Platzverbot.
  • Die Box sauber verlassen und die Abfallbehälter benutzen.
  • Anweisungen des Personals sofort folgen.

Die Platzregeln oben sind die der Stadt (eine Quelle geprüft). Der Platz hat keine Videoüberwachung, und laut Stadt werden keine Autonummern registriert (Autonummern: eine Quelle geprüft).

Was das Gesetz sagt

Die Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) lässt den Stadtrat die Gebiete und Zeiten bestimmen, in denen Strassenprostitution erlaubt ist (PGVO Art. 7). Der Depotweg ist eine von drei solchen Zonen.

Wer ausserhalb einer Zone oder ihrer Zeiten Strassenprostitution nachfragt oder in Anspruch nimmt, kann gebüsst werden (PGVO Art. 17 Abs. 1 lit. a). In leichten Fällen kann ein Verweis die Busse ersetzen (PGVO Art. 17 Abs. 2). Für die Nutzung des öffentlichen Grunds erhebt die Stadt keine Gebühr (PGVO Art. 19 Abs. 3).

Preise

UNBEKANNT. Laut Stadt vereinbaren Sexarbeitende und Kunde den Preis direkt. Wir fanden keine zwei unabhängigen Quellen für einen Betrag, darum nennen wir keinen.

Gesundheit und Sicherheit

Für die Sexarbeitenden bietet das Team vor Ort Beratung, eine ärztliche Sprechstunde, Tests auf sexuell übertragbare Infektionen, Toiletten, eine Dusche und Krisenhilfe. Alles ist freiwillig; es gibt keine obligatorischen Gesundheitskontrollen (Gesundheitskontrollen: eine Quelle geprüft).

Der Rat der Stadt an Kunden: sich und alle Beteiligten schützen, im Voraus klar abmachen, einen angemessenen Preis zahlen und ein Nein respektieren.

Hinweis

Wirkt eine Sexarbeiterin unter Druck oder verletzt, drängen Sie sie zu nichts. Lassen Sie sie mit Ihrem Handy eine Beratungsstelle anrufen, oder geben Sie ihr die Angaben der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration. So rät es die Stadt selbst.

Ist der Platz noch offen?

Ja. Am 9. Oktober 2026 führt die Stadt den Platz weiter mit den Zeiten oben. Im Oktober 2025 sagte das Sozialdepartement, eine Schliessung sei nicht geplant.

Die Nutzung ist gesunken. 2025 arbeiteten rund 13 Sexarbeitende auf dem Platz, nach der Eröffnung waren es bis zu 30 (eine Quelle geprüft). In der ganzen Schweiz hat sich die Strassensexarbeit nach drinnen und ins Internet verlagert.

Der Platz darf bis etwa 2030 am Depotweg bleiben. Die Verkehrsbetriebe planen dort ein Tramdepot, und die Stadt sucht einen neuen Standort.

Hilfe und Beratung

  • Flora Dora, die Beratungsstelle der Stadt für Sexarbeitende auf der Strasse und im Escort-Bereich. Ihre Beraterinnen sind an festen Abenden auch auf dem Platz.
  • Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration: Beratung zu Menschenhandel und für Migrantinnen
  • ACT212, die nationale Meldestelle bei Verdacht auf Menschenhandel (eine Quelle geprüft)
  • Telefonnummern und Links für Hilfe in Zürich stehen unter Hilfetelefone, im Fuss jeder Seite.

Die bessere erste Wahl

Das meiste Angebot in Zürich liegt drinnen. Unsere Rangliste der Zürcher Betriebe, unten verlinkt, zeigt geprüfte Clubs und Studios mit datierten, belegten Preisen.

Eine Quelle geprüft, noch nicht durch eine zweite bestätigt.

Quellen

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